Raketentechnik

Eos

Eine studentisch entwickelte Flüssigtreibstoffrakete mit Bi-Propellant-Triebwerk.

Flüssigraketentechnik

Die Mission

Eos ist die Raketenmission des Hamburg Space Teams: eine studentisch gebaute Höhenforschungsrakete mit einem selbst entwickelten flüssigen Bi-Propellant-Triebwerk. Das Projekt verbindet Antrieb, Avionik, Bergung, Bodensysteme und Startbetrieb in einer gemeinsamen Entwicklungskampagne.

Unsere Ziele

Das erste Ziel ist die Entwicklung und das Testen eines Triebwerks, das mit Distickstoffmonoxid und Ethanol als Treibstoffen rund 2 kN Schub für sechs Sekunden erzeugen kann. Mit einem Fahrzeugdurchmesser von 11 cm und einer geplanten Länge von etwa 2,3 m ist Eos als Überschall-Technologiedemonstrator ausgelegt und baut auf die European Rocketry Challenge hin.

Kennwerte

Raketen-Steckbrief

Treibstoffe
Distickstoffmonoxid
& Ethanol
Zufuhrsystem
Druckgespeist
Triebwerksziele
2 kN Schub &
6 s Brenndauer
Geplantes Apogäum
5 km
Fahrzeuggröße
11 cm Durchmesser
x 2,3 m Länge
Vertikale Schnittdarstellung der Eos-Rakete

Flugkörper

Die Eos-Rakete

  • Bergung: Das Dual-Deploy-Fallschirmbergungssystem bringt unsere Rakete nach dem Apogäum sicher zurück zum Boden.

  • Avionik und Flugsoftware: Redundante Bordelektronik und Firmware übernehmen Sensorik, Zustandsschätzung, Telemetrie, Sequencing und Fallschirmauslösung während des Flugs.

  • Tanks und Drucksystem: Konzentrische Tanks enthalten Oxidant und Treibstoff; der Dampfdruck des Distickstoffmonoxids und ein inertes Drucksystem fördern die Treibstoffe zu den Injektoren.

  • Ventile und Fluidsteuerung: Ein mit dem Oxidant druckgesteuertes Hauptventil schaltet den Durchfluss zu den unlike-doublet impinging Injektoren, integriert in einer 3D-gedruckten Baugruppe.

  • Brennkammer: Ein ablativer Phenolharz-Liner schützt die Kammer, und die Graphitdüse beschleunigt den Abgasstrom auf 2 kN Schub.

  • Aerostruktur: Leitwerke aus Kohlefaserkomposit stabilisieren die Raketem, der vordere Körper und Nase aus Glasfaserkomposit schützen die Bordsysteme vor aerodynamischen Lasten.

Rendering des Eos-Test- und Startturmkonzepts

Bodensysteme

Teststand, Startstruktur und Ground Support Equipment

Eine Flüssigrakete ist nur so gut wie die Bodensysteme, die wiederholbare Tests und kontrollierte Startabläufe ermöglichen.

  • Test- und Startstruktur: Das Turmdesign unterstützt horizontale Integration und vertikalen Betrieb mit einer aufgerichteten Höhe von 10 m.
  • Bodenseitiges Fluidsystem: Tanks, Leitungen, Ventile, Entlüftung und Abläufe bereiten das Fahrzeug auf Static-Fire-Tests und Startbetrieb vor.

Zusammen mit dem Avioniknetzwerk und dem Fluidhandling macht das Bodensegment Eos zu einem vollständigen Raketenprogramm statt nur zu einem einzelnen Triebwerksprojekt.

Elektrik und Software

Steuerungssysteme für den Fernbetrieb

  • Bodennetzwerk: Mission Control, Launch Pad, Kameras und bodenseitige Fluidsysteme sind über ein Ethernet-Netzwerk verbunden. Modulare Knoten können Ventile betätigen, Sensoren auslesen und alle Komponenten per PoE versorgen.
  • Remote-Control-Software: Operatoren überwachen Sensoren und Kameras, bewegen Ventile und führen Abläufe aus sicherer Entfernung aus. Zwischen Mission Control und Launch Pad können bis zu 750 m liegen!
  • Betriebsdisziplin: Checklisten, Telemetrie, Abort-Logik und Proben machen aus energiereicher Hardware eine kontrollierte Testkampagne.

Mission in Entwicklung

Entwicklungsmeilensteine

Herbst 2025

Entwicklungsstart

Das Team begann Eos mit Konzepten für Triebwerk und Bodenarchitektur sowie den Anforderungen an die erste Testkampagne.

Frühjahr 2026

Triebwerksdesign

Triebwerks- und Teststandsdesign liefen bis Juni weiter, mit Fokus auf Antrieb und Bodensysteme.

Sommer 2026

Fertigung und Flugkörperdesign

Fertigung der Antriebssysteme sowie Entwurf von Bergungssystem, Avionik und Aerostruktur.

Herbst 2026

Static-Fire-Kampagne

Das nächste große Ziel ist ein Static Fire des Triebwerks, unterstützt durch bodenseitige Fluidsysteme, Fernbetrieb und sensorreiche Testabläufe.

Frühjahr 2027

Überschall-Demonstrator

Nach Triebwerks- und Flugsubsystemtests soll Eos schneller als der Schall fliegen und zeigen, dass Antrieb, Avionik, Bergung und Betrieb wie geplant zusammenspielen.

Herbst 2027

European Rocketry Challenge

Das langfristige Ziel ist die Teilnahme an der EuRoC 2027 in Portugal mit einer vollständig integrierten studentischen Rakete für eine europäische Startkampagne.

Mit uns arbeiten

Lerne das Team kennen

Eos wird von Studierenden gebaut, die Flüssigantrieb, Strukturen, Avionik, Software, Tests und Startbetrieb lernen, indem sie gemeinsam echte Entwicklungsarbeit leisten.